
Flo sitzt im HR-Büro. Gerade noch hat er den großangelegten Umzug innerhalb des Büros der TRICERA koordiniert und sich dabei selbst ebenfalls neu platzieren müssen. Jetzt sitzt er bei mir zum „Verhör“. Mal schauen, was wir über ihn erfahren.
Flo, wäre es akzeptabel, wenn man dich als vielwissendes TRICERA-Urgestein bezeichnen würde oder fändest du das zu hoch gegriffen? Du bist ja nun schon gefühlt ewig am Start.
Das nenne ich mal eine große Frage zum Einstieg. Das klingt mir schon etwas dick aufgetragen. Ich gehe da mal systematisch ran und zerlege „vielwissendes Urgestein“ in „Urgestein“ und „vielwissend“, um die Komplexität zu verringern. Das scheint mir generell ein guter Ansatz zu sein.
Urgestein: Davon ausgehend, dass ich einer der Glücklichen war, die von Anfang an mit dabei waren und an Tag 1 damals noch auf der Tannenstraße Schreibtische aufgebaut haben, kann man diesbezüglich von einem Urgestein sprechen. Neben mir trifft das dann aber auch noch auf 18 weitere Personen zu (hab gerade noch mal nachgezählt), die noch in der Unternehmung weilen. Gegangen sind seither lediglich 8. Eigentlich ein ganz guter Schnitt, oder?
Vielwissend: Das fällt mir schon schwerer. Sehr viele bei TRICERA wissen sicherlich fachlich in ihren Abteilungen viel mehr als ich. Ich habe dafür denke ich ein gutes Überblicks- und Erfahrungswissen über die Abteilungen hinweg. Schon allein deswegen, da ich in verschiedenen Abteilungen (SD, RE, PD) gearbeitet habe und heute qua Position für einen möglichst guten Wissenstransfer zwischen den Abteilungen sorgen soll. Ich weiß also nicht mehr, sondern ich weiß einfach andere Dinge, mit denen ich versuche, die Verbindungslinien für das Expertenwissen der anderen zu schaffen, damit das am Ende auch effektiv und zeiteffizient zum Zug kommt. Beides bedingt sich, ohne Expertenwissen wäre meine Arbeit nichts wert, weshalb ich die Klassifikation in viel- (und damit implizit weniger) wissend nicht treffend finde.
Wie würdest du deinen Werdegang hin zum Referenten für Strategie & Kommunikation beschreiben und wie passt das zu deinem Studium Elektrotechnik? Nimm uns mal mit auf die Reise.
Bei TRICERA angefangen habe ich im Sales mit der Aufgabe, den C&I-Bereich aufzubauen. Das war für mich völliges Neuland, da ich vor der Zeit bei TRICERA lediglich 1 Jahr Arbeitserfahrung als Projektleiter hatte. In der Zeit habe ich viel gelernt. Sicherlich sind da auch viele Fehler passiert, aber das gehört dazu.
Ende 2021 hatten wir unser erstes C&I-Projekt mit Goldbeck unterschrieben – für TOPREGAL in Pasewalk; unser überhaupt erstes Projekt neben dem Großspeicher für JT. Da wir – wir kennen das vielleicht von heute – zu wenig Projektleitungen hatten, musste/durfte/wollte ich das eigens verhandelte Projekt auch gleich selbst übernehmen.
Alles, was wir da gemacht haben, waren erste Male – Daimler-Batterien integrieren, selbst entwickelte CSE verbauen, eigenen Software-Stack ausrollen, … Und dazu noch die Verbindung mit Ladepark und PV-Anlage, die’s zu integrieren galt. Da sind uns viele Fehler aufgefallen und vieles lief sehr „dynamisch“, da es noch für kaum etwas Prozesse gab. Gerade im Bereich Embedded, in dem damals lediglich 1 Person arbeitete, gab’s große Defizite.
Ich dachte mir zu der Zeit: ok, wenn schon dieses kleine Projekt mit 200 kWh so viel Zeit & Arbeit kostet, wie soll das bei den großen Projekten werden, die damals in der Pipeline waren? Von daher versuchte ich zu der Zeit viele „Lessons Learned“ aus dem kleinen Projekt rauszuziehen sowie Erkenntnisse & Strukturen daraus abzuleiten und firmenweit zu etablieren, um davon auch an anderen Stellen zu profitieren bzw. nicht die gleichen Fehler noch mal zu machen. Das ging von Anregungen im Personal über Verwaltungs- & Finanzprozesse bis hin zu Embedded-Features, wo ich ab da für die nächsten 3 Jahre mit in die Weiterentwicklung unseres Batteriemanagementsystems (BMS) mit Baumaco und hauptsächlich Axxellon einstieg.
So kam ich in die Firmenstrukturierung, anfangs ohne „Mandat“ dafür. Ende 2022 gab’s dann eine eher zufällig zusammengestellte Runde von Leuten, um aufs Jahr zurückzublicken und einen Ausblick zu wagen. Ideen gab’s sehr viele, Baustellen auch. Daher wurde der Termin wiederholt. Allerdings gab es weder Vor- noch Nachbereitung der Termine, wodurch vieles beim gesagten Wort blieb. Dem nahm ich mich dann an – woraus schließlich die Strategierunde entstand und dann immer weiterentwickelt und formalisiert wurde.
Und so verlagerten sich mit der Zeit meine Aufgaben immer mehr dort hinein, und ich denke da ist meine Zeit für die Firma auch weiterhin am besten aufgehoben – Herausforderungen gibt es genug. Glücklicherweise haben das über die Zeit und viele Gespräche hinweg auch Tim & Lars gefördert – denn die Stelle war so nie vorgesehen.
So, und wie passt das Ganze jetzt zu meinem Elektrotechnik-Studium? Ich find’s erst mal immer wieder lustig, wie viele überrascht darüber sind oder sich nicht vorstellen können, dass ich das studiert habe. Tatsächlich war ich im Studium ein ziemlicher Theoretiker und fand Systemtheorie, Regelungstheorie und Elektrodynamik äußerst spannend. Auch wenn mich Hendrik (mit dem ich studiert habe) gern dafür rügt, habe ich das bei Seite gestellt und mein größeres Interesse an Organisation und der strukturellen Gestaltung entdeckt. Zugleich denke ich, dass mir technisches Verständnis und der methodische „Ingenieurs-Blick“ auch bei dem, was ich jetzt tue, sehr weiterhelfen. Technik und Organisation sind zwei Seiten einer Medaille und ich find’s aufregend, beide Perspektiven zusammen zu denken und damit etwas zu schaffen.
Kannst du uns einen Einblick in dein Aufgabenfeld geben? Was macht ein Referent für Strategie & Kommunikation?
Ich glaube, die Frage stellen sich tatsächlich viele, was mich wundert. Aber gut, dann gebe ich mir von hier an mal noch mehr Mühe. Sehr zentral ist das Vor- und Nachbereiten verschiedener Meetings.
Zuerst die wöchentliche Mitarbeitenden-Besprechung. Dafür heißt’s vorher oft mit der Abteilungsleitung sprechen, was gerade so Themen sind, die intern wichtig sind und zudem für eine größere Runde relevant und interessant sein könnten. Dazu mit Anne abstimmen, bspw. ob On- und/oder Offboardings anstehen. Dazu kommen „Sonstige Themen“ wie Firmenevents oder allgemeine Ankündigungen.
Dann die Strategierunde. Hier führe ich mit allen Team- und Abteilungsleitungen regelmäßige Gespräche, was gerade so passiert und wo’s (am meisten) brennt. Oft helfen dafür die Infos aus den anderen Gesprächen, um manchmal mit nur wenig Zeitaufwand Knoten aufzulösen, die nicht selten aus Missverständnissen oder nicht bei allen angekommenen Entwicklungen stammen. Im Meeting haben wir verschiedene Themen: Updates und Diskussion zu M&A-Prozess, Cashflow, Bürgschaften und Sales-Pipeline, aber auch News aus den Projekten, ob es bspw. Verschiebungen gibt. Zudem haben wir meist einen größeren Block zur Rentabilität und wie wir bezogen auf unsere Ziele dastehen. Dann gibt’s noch Personal als festen Bestandteil – Kostenüberblick, wie läuft’s im Recruiting mit den offenen Stellen, usw. Aber auch grundsätzliche Themen wie Gehaltsstruktur und strategische Investitionen werden behandelt.
Jeden Donnerstagmorgen ist Board-Meeting, wofür ich die Agenda anhand aktueller Entwicklungen und der offenen ToDos der Vorwoche vorbereite. Dazu kommen Zuarbeiten für die monatlichen Gesellschaftersitzungen. Für die personellen Themen arbeite ich sehr eng mit Anne zusammen.
Am Ende verbinden sich viele Themen und Termine inhaltlich und Dinge wandern von dem einen mit in den anderen hinüber. Und bei den vielen Meetings entstehen auch viele Todos, die gemacht bzw. nachverfolgt werden wollen.
Und ganz komme ich dann auch um „operative Themen“ auch doch nicht rum: Immer wieder Cashflow- und Bürgschaftsthemen, Pasewalk macht Probleme, Klärungen für unseren ersten eigenen Speicher mit Audi-Batterien auf dem EUREF-Campus in Berlin.
Und ich arbeite ja auch nicht Vollzeit, damit ich noch genug Zeit für ehrenamtliche Sachen habe und das nicht immer nur nachts stattfindet. Da ist die Woche dann doch recht schnell rum.
Du lebst vegan, Nachhaltigkeit ist dir sehr wichtig, du engagierst dich viel im Ehrenamt und gestaltest deine Umgebung aktiv mit. Zudem arbeitest du für ein Unternehmen, dass sich dem Ziel verschrieben hat, eine neue Energie-Ära aktiv mitzugestalten. Findest du, dass du ein Vorbild für andere bist?
Das sollten eher andere beurteilen. Ich hatte im Studium sicher das Glück und das Privileg, die Zeit zu haben, bei der TU-Umweltinitiative ein tolles Umfeld und übers Private hinaus eine politische Identität finden zu können. Auch davor gab’s schon viele Dinge, die bzw. deren Verbesserung mich umtrieben, für die ich aber bis dato kein Ventil hatte. Parallel gab’s wenig, was mich in persönlicher Verantwortung davon abhielt (Familie, Pflege, …).
Mir selbst ist Konsistenz wichtig. Also nicht Wasser predigen und Wein trinken, das versuche ich zu leben. Gelingt mir sicher mal besser und mal schlechter.
Wie wichtig ist es, für ein Unternehmen zu arbeiten, das ähnliche Ziele und Werte wie man selbst hat? Welche Bedeutung hat das für dich?
Das ist für mich persönlich von essenzieller Bedeutung. Ich hatte nach meinem gerade gegen Ende stark von Idealismus geprägten Studiums große Hemmungen in die Arbeitswelt einzusteigen. Einfach weil ich Sorge hatte, dass Wirtschaft mit gewissen Prinzipien gerade in Richtung Nachhaltigkeit kaum vereinbar ist. Da war TRICERA sicher ein Glücksgriff.
Sicherlich ist es in der Wirtschaft immer wieder eine Herausforderung, persönliche Werte und Arbeit in Balance zu halten. Aber ich denke das ist auch etwas durchaus Konstruktives, also dass beides sich gegenseitig beeinflusst und sich Position, Haltung und Perspektive weiterentwickeln. Daher sehe ich das heute nicht mehr per se so, dass Wirtschaft auf allen Ebenen nicht nachhaltig sein kann. Aber doch leider praktisch oft (noch) nicht ist.
Erzähl uns mal mehr über die Initiativen, in denen du aktiv bist oder die du vorantreibst. Was hat es zum Beispiel mit input_DD auf sich?
input_DD ist schon seit 2019 mein „Herzensprojekt“. Das ist im Prinzip ein wöchentlicher Ticker mit Veranstaltungstipps rund um Nachhaltigkeit, Gesellschaft & Politik für die nächste Woche. Die Grundidee ist und bleibt simpel: Die vielen interessierten Menschen in Dresden auf der einen Seite mit dem tollen Veranstaltungsangebot auf der anderen Seite zu „matchen“. Denn die eigene Erfahrung zeigt oft: Beide Seiten wissen oft nicht voneinander.
Und ist auch nicht einfach: Angebot und Möglichkeiten sind enorm. Gleichzeitig sind Informationen sehr verteilt; auf Plakaten, Webseiten, Social-Media-Kanälen. Insgesamt haben wir einen ziemlichen Overshoot an Input, der tagtäglich so auf uns einprasselt. Mit input möchten wir da mehr Klarheit schaffen: Jeden Sonntag nur 1 Post pro Woche in einem bewährten und klar strukturierten Format. Kein Schnickschnack.
Mittlerweile sind wir ca. 10 Personen, die an dem Projekt arbeiten. Und es gibt mittlerweile auch einen Ableger in Hamburg! Ich würde mich richtig freuen, wenn wir in Zukunft noch weitere Städte erschließen können – denn wir bekommen bspw. immer wieder das Feedback von Weggezogenen, dass sie das woanders vermissen.
Auch Manu vom TRICERA-Team arbeitet in seiner Freizeit mit am Projekt und hat gerade an digitaler Infrastruktur viel geschaffen und angestoßen – vor allem, dass wir neben Telegram auch eine eigene Webseite und viele coole Tools haben, welche die redaktionelle Arbeit um ein Vielfaches erleichtern.
Kürzlich haben wir eine Kinowerbung über eine Sparkassenförderung produziert mit einem richtigen Filmset, das war schon aufregend! Gerade läuft noch ein Crowdfunding fürs Ausspielen in allen Dresdner Kinos ab Anfang November.
Zudem bin ich noch beim BUND aktiv. Hier kümmere ich auch vor allem um die Organisationsentwicklung und setze mich kommunalpolitisch für eine nachhaltige Stadtentwicklung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung ein. Gerade starten wir hier mit „Reinventing Dresden“ eine neue Gruppe, die sich mit Visionen für die (Stadt-)Gesellschaft der Zukunft beschäftigt. In den letzten Jahren hat sich der Diskurs gewandelt und ich denke wir brauchen neue Wege und Ansätze, um gestalten zu können.
Und ich habe vor vielen Jahren die bundesweite Initiative MENSArevolution mitgegründet, wo ich bis heute aktiv bin. Darüber ließe sich sicherlich auch einiges erzählen, aber ich möchte hier ja nicht den Rahmen sprengen und freue mich, wenn ihr mal direkt auf mich zukommt, falls es da Interesse oder Fragen gibt 🙂
Gibt es ein Highlight aus deiner bisherigen Zeit bei TRICERA? Worauf bist du besonders stolz?
Tatsächlich finde ich die Firmenfeiern schon immer sehr cool, weil ich da abseits des Arbeitsalltags immer wieder merke, was für coole Leute hier eigentlich arbeiten – dafür geht im Stress leider hin und wieder der Sinn etwas verloren.
Und ich bin auch sehr stolz darauf, dass wir Personalplanung und -aufbau dieses Jahr zum ersten Mal so strukturiert und konsequent durchgezogen haben. Von der Szenarienplanung ab Q3 2025 bis zu den vielen realisierten Neuanstellungen heute. Das war ein großer Kraftakt. Jetzt find ich’s schon wirklich toll durchs Büro zu laufen und so viele neue motivierte Leute zu sehen und zu wissen, dass es sich doch sehr gelohnt hat sich hierfür einzusetzen und zu wissen, wo die Initiativen dazu mal herkamen.
Gab es herausfordernde Phasen in deiner Zeit hier und kannst du uns einen konkreten Einblick geben? Es ist sicherlich nicht immer alles rosig.
Also einfach war’s nie würde ich sagen. Und daran gemessen ist‘s eine riesige Leistung, dass es TRICERA trotz des sehr volatilen Marktumfelds und all den politischen und gesellschaftlichen Aufs und Abs noch gibt. Dass wir das seit 5 Jahren schaffen und jetzt an die 100 Mitarbeitende sind, das hat schon wirklich was für sich.
Sicherlich war die Projekt- und damit auch Cash-Flaute Mitte Ende 2024 eine schwere Zeit. Hier hatten wir zu spät Sichtbarkeit für das Problem. Heute sind wir hier mit den Teams in AD und CM deutlich besser aufgestellt. Es gibt regelmäßige Monitorings im Board, in der Strategierunde und vielen Einzelmeetings. Von daher würde das heute nicht noch einmal in der Art passieren. Damals war das sicher auch personellen Engpässen geschuldet – wie’s dazu kam und ob das sein musste, darüber lässt sich im Nachhinein vorzüglich streiten.
Da lagen die Nerven auf jeden Fall oft blank. Ich erinnere mich doch an eine harte Auseinandersetzung vor allen zu Beginn einer MA-Besprechung mit einem unserer Geschäftsführer, als es um die Vorstellung der Ergebnisse einer MA-Umfrage ging. Das war keine Sternstunde.
Fakt ist, dass die Situation und ihre Ursachen im Nachhinein gut aufgearbeitet wurden. Das stimmt mich optimistisch. Bei uns herrscht intern eine fordernde, aber gute Streitkultur.
Vielleicht recht gut daran anschließend eine Frage aus der Mitarbeiterschaft: Wie stehst du auf rein moralischer Ebene zu Opportunismus, und wie verändert die wirtschaftliche Realität letztendlich deine theoretische Sichtweise? Welche Chancen können sich daraus ergeben, welche Gefahren gehen damit einher?
Ich denke Opportunismus ist der Antagonist der Moral in unserem Handeln. Wir brauchen manchmal Opportunismus, um den Mut / die Risikobereitschaft zu haben Fortschritt zu schaffen, und die Moral, um diesen zu regulieren. Nur auf das eine oder das andere zu setzen ist denke ich auf vielen Ebenen kritisch, sei das als Person, als Unternehmen, als Gesellschaft.
Nun sehe ich schon, dass unsere auf Geld und Renditen basierende wirtschaftliche Ordnung Opportunismus strukturell begünstigt. Als Unternehmen, und das verstehe ich immer mehr, musst du oft Entscheidungen treffen und Dinge tun, die von außen betrachtet erst mal falsch wirken. Leider finden wir uns immer wieder in Zwangslagen wieder, in denen der Handlungsspielraum sehr begrenzt ist – und es keine optimalen oder moralisch einwandfreien Entscheidungen gibt, sondern eben oft nur pragmatische.
Würden wir Kooperationen und Partnerschaften rein moralisch wählen, stünden wir schnell allein da – heißt wir hätten kaum noch Zulieferer oder Kundinnen, denn alle spielen opportunistisch. Das kann also nicht der Weg sein.
Und die Sache mit Moral ist schon, dass sie doch recht subjektiv ist. Was für mich moralisch ist, muss nicht zwangsläufig für dich moralisch sein. Oder was mir ein sehr wichtiger Wert ist, vielleicht Freiheit, steht bei dir eher an dritter Stelle, vielleicht nach Sicherheit.
Ich bin aber fest davon überzeugt, dass es dennoch ein Wertegerüst als soziales Fundament in einer Firma braucht, das auch Grenzen setzt. Und eine offene Diskussionskultur darüber, wenn Grenzen erreicht oder überschritten werden.
Wenn du drei Wünsche für eine bessere Zukunft frei hättest, welche wären das? Was ist dein größter Wunsch an TRICERA?
Ganz kurzfristig, dass wir die finanziellen Rahmenbedingungen für weitere und größere Projekte schaffen. Das würde den Weg für weiteres Wachstum frei machen und vereinfachen, was aktuell viele zeitlichen Ressourcen bindet.
Dann ganz praktisch, dass wir kontinuierlich und nachhaltig wachsen und unsere Stellung im Batteriemarkt mit dem breiten Know-how, das wir haben, behaupten bzw. ausbauen. Dazu gehört neben EPC für Projektentwickler und Investoren auch als zuverlässige und gute Servicepartnerin z.B. für Stadtwerke zu gelten, aber auch weiterhin unser Spezialgebiet Integration von Automotive-Batterien nicht zu verlieren. Auch wenn das gerade nicht unser Hauptgeschäft ist, hoffe ich auch durch die Brille der Kreislaufwirtschaft, dass der Markt von 1st- und 2nd-Life-Batterien wiederkommt – zum Beispiel auch für Aktivlager.
Naja und ganz grundsätzlich fände ich es spannend, auch in anderen Ländern zur Energiewende beizutragen, indem wir stabile und funktionierende Lösungen ans Netz bringen.
Bei alledem hoffe ich, dass wir unsere „Identität“, die freundliche und freundschaftliche Unternehmenskultur, nicht verlieren.
Zum Abschluss: Wen nominierst du für das nächste Interview und warum?
Ich arbeite im Alltag sehr viel mit Anne, unserer Personalreferentin zusammen und schätze sie als Person und Kollegin sehr. Ich könnte mir vorstellen, dass sie einiges zu berichten hat.
